Niklas Volland
Kalenderwoche42
KI•POWERBOOST Newsletter 15. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit

Der neue Tesla kann fliegen / Neues Modell 35x schneller als GPT-6 Sol

Microsoft baut eigene KI-Chips und ein Modell, das nur entscheidet, ArtCraft baut Photoshop und Word kostenlos mit KI nach. Dazu: Gemini 4 Argon für alle Pro-Nutzer, Figma gibt KI-Agenten ein Regelwerk und Tesla lässt den Roadster fliegen.

Heckansicht des neuen Tesla Roadster mit Spoiler, aus vier Düsen am Unterboden strömt Druckluft und wirbelt Nebel auf
© Bild: Tesla

Tesla Roadster soll fliegen können

Tesla hat auf einem SpaceX-Gelände in Texas den neuen Roadster vorgestellt und ihn dabei abheben lassen. Der Sportwagen soll in rund einer Sekunde von 0 auf 97 km/h beschleunigen, über 370 km/h erreichen und rund 480 Kilometer weit kommen. Möglich machen das zehn Kaltgas-Düsen, gespeist aus 600 Litern Druckluft, also Technik aus dem Raketenbau von SpaceX. In der Vorführung fuhr der Wagen eine Rampe bis über Kopf hinauf, drehte sich in der Luft, landete und sprang über andere Tesla-Modelle hinweg. Es gibt drei Varianten: Performance für die Straße, Thrust für die Rennstrecke und Rocket als flugfähigen Einsitzer. Die Reservierung kostet 50.000 beziehungsweise 250.000 Dollar, die Rocket-Variante gibt es nur auf Einladung. Die Produktion soll 2028 beginnen, einen Liefertermin nannte Elon Musk nicht.

Warum das wichtig ist

Mit KI hat der Roadster wenig zu tun, er zeigt aber, wie eng Musks Firmen inzwischen verzahnt sind: Tesla nutzt Raketentechnik von SpaceX. Kritiker bezweifeln, dass ein über 1,8 Tonnen schweres Auto im Alltag wirklich fliegen kann. Bis zur Produktion bleibt es vor allem eine spektakuläre Ankündigung.

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Schriftzug „Gemini 4 Argon“ mit Gemini-Logo und großer Ziffer 4 vor blauem Farbverlauf
© Bild: Google

Gemini 4 Argon ist jetzt in der Gemini-App verfügbar

Google hat sein Spitzenmodell Gemini 4 Argon für alle Abonnenten von Google AI Pro und Ultra freigeschaltet, in der Gemini-App, im KI-Modus der Google-Suche und in der Coding-Umgebung Antigravity. Laut Google antwortet Argon direkter, mit weniger Abschwächungen, Wiederholungen und Floskeln, und zeigt bei längeren Aufgaben besser an, wie weit es ist. Über mehr als 40 App-Integrationen, etwa Adobe, Shopify oder OpenTable, erledigt es Aufgaben auch im Hintergrund. Entwickler nutzen Argon über die Gemini-API: Bis Ende November kostet es 2 Dollar pro Million Input- und 10 Dollar pro Million Output-Tokens, danach das Doppelte. Im Intelligence Index von Artificial Analysis liegt Argon mit 53 Punkten weiter hinter Claude Opus 5.5 mit 58.

Warum das wichtig ist

Vor zwei Wochen war Argon nur für ausgewählte Cyberverteidiger zugänglich, jetzt kannst du es im Alltag testen. Spannend ist vor allem der Fokus auf weniger KI-Geschwafel: Direkte Antworten sparen dir bei jeder Anfrage Lesezeit.

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Figma-Specs-Dokument mit Überschriften, eingebettetem Ablaufdiagramm und Kommentaren von Teammitgliedern am Rand
© Bild: Figma

Figma Specs gibt KI-Agenten ein Regelwerk für dein Design

Figma hat auf der Config India neue Funktionen vorgestellt, die festlegen, wie KI-Agenten auf der Plattform arbeiten. Mit Figma Specs beschreibst du deine Designsprache in einem Markdown-Dokument, auf das Teams und Agenten gleichermaßen zugreifen, inklusive Verweisen auf Elemente, Diagramme und Designs im Canvas. Guidelines sollen Agenten helfen, Entwürfe im Stil deines Designsystems zu erstellen. Code Layers, also echter, lauffähiger Code direkt im Canvas, sind jetzt in der offenen Beta für alle Pläne, auf Bezahlplänen bis 4. November ohne AI-Credits. Der MCP-Server kann jetzt HTML in Design-Ebenen umwandeln und Bilder generieren, und als Backend für Figma Make ersetzt Payload künftig Supabase.

Warum das wichtig ist

Je mehr Agenten Designs und Code erzeugen, desto wichtiger wird ein gemeinsames Regelwerk. Wer seine Markenregeln einmal sauber dokumentiert, bekommt von jedem Agenten konsistentere Ergebnisse, auch von externen Tools, die per MCP angebunden sind.

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Schwarze Steinfläche mit sich kreuzenden Rillen, eine rot leuchtende Linie läuft durch genau einen Kanal, die anderen bleiben dunkel
Symbolbild, mit KI erstellt

Microsoft-Decision-1 trifft Entscheidungen, statt Texte zu schreiben

Microsoft hat mit Microsoft-Decision-1 ein Modell vorgestellt, das keine Texte schreibt, sondern Entscheidungen trifft. Du gibst ihm einen Inhalt und feste Antwortoptionen, etwa Ja oder Nein, mehrere Kategorien oder eine Bewertungsskala, und es liefert zu jeder Option eine Wahrscheinlichkeit. Typische Einsätze sind das Routing von Anfragen, Klassifizierung, Datenkennzeichnung, die Bewertung von KI-Antworten oder die Kontrolle von Agenten. Basis ist Alibabas offenes Modell Qwen3.5-9B. In 36 Benchmarks mit rund 150.000 Fragen erreichte es laut Microsoft die höchste Genauigkeit der getesteten Modelle und ist 35-mal schneller als GPT-6 Sol. Input-Tokens kosten 0,042 Dollar pro Million, Output ist kostenlos. Verfügbar ist es in Microsoft Foundry und bei OpenRouter.

Warum das wichtig ist

Nicht jede KI-Aufgabe braucht ein großes Sprachmodell. Für viele Automationen reicht eine schnelle, günstige und nachvollziehbare Entscheidung, und genau dafür entsteht gerade eine eigene Modellklasse.

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Der KI-Chip Microsoft Azure Maia 300 auf einer blau beleuchteten Fläche
© Bild: Microsoft

Maia 300: Microsofts eigener KI-Chip soll ab 2027 im Gigawatt-Maßstab laufen

Microsoft hat mit Maia 300 die nächste Generation seines eigenen KI-Chips vorgestellt. Er ist auf langes Reasoning, schnelle Gespräche und mehrstufige Agenten-Aufgaben ausgelegt. Acht HBM4-Speicherstapel liefern 18 TB pro Sekunde Bandbreite bei 950 Watt pro Chip. Laut Microsoft erzeugt Maia 300 40 Prozent mehr Tokens pro Megawatt als führende GPU-Systeme, ein Rack mit 96 Chips schafft bis zu siebenmal so viel wie mit dem Vorgänger Maia 200. Ab 2027 soll der Chip produktiv laufen und auf mehrere Gigawatt skaliert werden, als zentrales System für Microsofts eigene KI-Dienste.

Warum das wichtig ist

Wer die eigenen Chips baut, macht sich unabhängiger von Nvidia und kann KI günstiger anbieten. Für Nutzer von Copilot und Azure kann sich das mittelfristig bei Preisen und Kapazität bemerkbar machen.

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PhotoCraft von ArtCraft: Bildbearbeitung im Photoshop-Stil mit Werkzeugleiste, Gradationskurve und Ebenen-Panel, geöffnet ist Hokusais „Die große Welle“
© Bild: ArtCraft

ArtCraft baut Photoshop und Word mit KI nach und verschenkt die Programme

Der Entwickler Brandon Thomas baut mit seinem Open-Source-Projekt ArtCraft bekannte Programme von Adobe und Microsoft nach, mit Hilfe von KI und mit einer Oberfläche, die den Originalen bewusst sehr ähnlich ist. PhotoCraft orientiert sich an Photoshop, FilmCraft an Premiere Pro, dazu kommen Alternativen zu Word und Excel. Insgesamt umfasst das Paket 13 Apps, von Bildbearbeitung über PDF und Präsentationen bis zu Audio und CAD, für macOS, Windows, Linux und teils direkt im Browser. Entstanden ist der Code per Reverse Engineering mit Claude: Die KI analysiert die Vorlage und schreibt eine Software, die genauso funktioniert. Die Apps sind kostenlos, der Quellcode liegt offen auf GitHub. Die meisten stecken allerdings noch in einer frühen Alpha oder in der Entwicklung und ersetzen die Vorbilder bislang nicht vollständig.

Warum das wichtig ist

Hier zeigt sich, was KI-Coding wirtschaftlich bedeutet: Wenn ein einzelner Entwickler Profi-Software nachbauen kann, gerät das Abo-Modell großer Softwarehäuser unter Druck. Für die tägliche Arbeit sind die Apps noch zu früh, und rechtlich bewegt sich das Projekt in einer Grauzone. Anschauen lohnt sich trotzdem, weil es zeigt, wohin sich Software-Preise bewegen könnten.

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Cover der KI-Talk-Folge: Niklas Volland neben dem ChatGPT-Logo und dem Schriftzug „Warum nicht jetzt“

Wenn alle sagen, es geht nicht: So denken wir mit ChatGPT

Ideen haben alle, der Unterschied liegt im Mindset. Maxi und ich sprechen über fünf Perspektiven, die dich weiterbringen, gerade dann, wenn alle sagen, es geht nicht.

  • Fünf Perspektiven, die dich weiterbringen: Wir zeigen dir, mit welchem Mindset du Ideen umsetzt, statt an Einwänden hängen zu bleiben.
  • Zu jeder Perspektive ein ChatGPT-Prompt: Du bekommst für alle fünf Denkansätze einen Prompt, mit dem du sie direkt anwendest.
  • Alles zum Nachlesen in den KI TALK Notes: Kerninhalte, Prompts, Tools und Links jeder Folge findest du ab sofort in den Notes, die du kostenlos abonnieren kannst.
Dunkler Besprechungstisch nach einem Meeting: Vom Laptop führen leuchtend rote Linien zu drei ordentlichen Stapeln Karten
Symbolbild, mit KI erstellt

Ein Notion-Agent, der nach jedem Meeting automatisch die Aufgaben verteilt

Die meisten Meeting-Notizen landen in einem Dokument und werden nie wieder geöffnet. Die Aufgaben daraus muss trotzdem jemand von Hand ins Taskboard übertragen.

Mit einem Custom Agent in Notion passiert das automatisch, sobald ein Meeting vorbei ist, ohne dass du noch einen Prompt schreibst.

  1. Der Hack Custom Agents laufen in Notion eigenständig im Hintergrund und starten durch einen Auslöser. Einer davon heißt „AI Meeting Note fertiggestellt“. Sobald Notion ein Meeting transkribiert und zusammengefasst hat, liest der Agent die Notizen, legt jede Aufgabe als Eintrag in deiner Aufgaben-Datenbank an, mit Verantwortlichem, Frist und Link zum Meeting, hält Entscheidungen auf der Projektseite fest und postet auf Wunsch eine Kurzfassung in den passenden Slack-Kanal.
  2. So probierst du es aus Klick in der Notion-Seitenleiste bei „Agents“ auf „+“ und beschreib im KI-Chat, was der Agent tun soll, zum Beispiel mit der Anweisung unten. Wähl als Auslöser „AI Meeting Note fertiggestellt“ und gib dem Agenten gezielt Zugriff auf deine Aufgaben-Datenbank, die Projektseiten und gegebenenfalls einen Slack-Kanal. Im Tab „Activity“ siehst du nach jedem Lauf, was der Agent geändert hat. Custom Agents gibt es ab dem Business-Plan, jede Ausführung verbraucht Notion-Credits.
  3. Warum das ein brutaler Mehrwert ist Aus jedem Meeting werden ohne dein Zutun konkrete Aufgaben mit klaren Zuständigkeiten, und nichts versandet mehr in Notizen, die niemand liest. Du sparst dir das Nacharbeiten nach jedem Termin, und dein Team sieht sofort, wer was bis wann erledigt. Weil der Agent nur auf freigegebene Seiten zugreift und jede Änderung protokolliert, bleibt alles nachvollziehbar.
Anweisung für den Custom Agent
Wenn eine AI Meeting Note fertiggestellt ist:

1. Lies Zusammenfassung und Transkript und finde alle vereinbarten Aufgaben.

2. Leg jede Aufgabe als neuen Eintrag in der Datenbank „Aufgaben“ an. Fülle Titel, verantwortliche Person, Frist, Projekt und einen Link zur Meeting Note. Wurde keine Frist genannt, setz eine Woche ab heute und markiere das als Annahme.

3. Ergänze auf der passenden Projektseite unter „Entscheidungen“ alle getroffenen Entscheidungen mit Datum.

4. Poste im Slack-Kanal #team eine Kurzfassung mit höchstens fünf Stichpunkten und den neuen Aufgaben.

Leg keine doppelten Aufgaben an. Ist unklar, wer verantwortlich ist, setz den Status auf „Verantwortung klären“.
Figma Agent bei der Arbeit an einem App-Entwurf: Hinweise wie „Checking color contrast“ und „Generating code layer“
© Bild: Figma

Figma

Kollaborative Design-Plattform, die mit ihren KI-Funktionen weit über App-Prototypen hinausgeht: von Präsentationen über Social-Media-Grafiken bis zu fertigen Websites. Spannend ist das vor allem für Marketing-Teams, Selbstständige und Unternehmen, die Markenmaterial schnell und einheitlich produzieren wollen, ohne für jede Aufgabe ein eigenes Tool zu brauchen.

Wichtige KI-Features
  • Figma Make: Aus einer Beschreibung entsteht ein funktionierender, code-basierter Prototyp oder eine kleine Web-App.
  • Figma Agent: Entwickelt neue Designrichtungen und Diagramme, bearbeitet Bilder, durchsucht Dateien und gibt Feedback zu Entwürfen.
  • Figma Buzz und Slides: Markenmaterial wie Social-Media-Grafiken in großer Stückzahl und Präsentationen direkt aus deinem Designsystem.
  • Figma Sites: Responsive Websites gestalten und direkt veröffentlichen, aktuell in der Beta.
  • Bild-KI und Weave: Objekte in Bildern auswählen, entfernen und verändern, dazu fertige KI-Workflows für Bilder, Videos und Audio.
  • Specs, Guidelines und MCP-Server: Deine Markenregeln zentral festhalten, damit Figmas Agent und externe KI-Tools im Stil deiner Marke arbeiten.
Praxisnutzen
  • Präsentationen, Social-Posts und Landingpages entstehen in einem Tool und im selben Look, statt verteilt auf mehrere Programme.
  • Wiederkehrende Fleißarbeit wie Ebenen benennen, Varianten anlegen oder Texte austauschen übernimmt die KI.
  • Besonders nützlich für Marketing-Teams und Selbstständige, die ihren Markenauftritt mit wenig Aufwand einheitlich halten wollen.

Zum Tool

KI-Kennzeichnung

Sämtliche Textinhalte dieser Ausgabe wurden mit Hilfe von KI erstellt und anschließend sorgsam menschlich redaktionell überprüft.

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