KI•POWERBOOST Newsletter01. Oktober 20268 Min. Lesezeit
KI-Mitarbeiter, die nie Feierabend machen
OpenAI startet Dauer-Agenten mit eigenem Computer, Manus gibt seinen Agenten Mail-Adresse und Telefonnummer. Dazu: GPT-6.1 Sol, Gemini 4 Argon und Google ersetzt Gems durch Skills.
OpenAI hat auf dem DevDay 2026 „Dots“ vorgestellt, KI-Agenten, die rund um die Uhr eigenständig für dich arbeiten. Jeder Dot läuft auf einem eigenen Cloud-Computer mit Browser und übernimmt Recherchen, Datenanalysen oder Programmieraufgaben, ohne dass du danebensitzen musst. Basis ist GPT-6 Astra, über Plugins sind mehr als 4.000 Apps angebunden. Ist gerade nichts zu tun, recherchiert der Agent proaktiv weiter, allerdings nur mit Leserechten. Sensible Aktionen wie Passwortänderungen bleiben beim Menschen, und per Custom Rules legst du fest, was der Agent allein darf. Ein Dot ist im Pro-Abo enthalten, Pro-Nutzer in Europa bekommen aber vorerst keinen Zugriff.
Warum das wichtig ist
Mit Dots, Metas Muse und Manus Cue entsteht gerade eine neue Produktkategorie: der persönliche KI-Mitarbeiter. Die entscheidende Frage verschiebt sich damit vom besten Prompt zu klaren Regeln, was ein Agent ohne Rückfrage tun darf.
📱Manus startet Cue: KI-Agenten mit eigener Mail-Adresse und Telefonnummer
Manus hat mit Cue eine App vorgestellt, über die persönliche KI-Agenten für dich arbeiten. Jeder Agent bekommt eine eigene E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer, eine digitale Geldbörse und einen Cloud-Computer. Damit kann er selbstständig Nachrichten verschicken, Anrufe führen und SMS senden und empfangen. Mehrere Agenten lassen sich zu einem Team verbinden, in dem etwa einer recherchiert, ein zweiter eine Auswahl trifft und ein dritter die Präsentation baut. Cue läuft im Web sowie auf Android, Mac und Windows, die iOS-Version ist in Prüfung. Der Zugang erfolgt per Einladungscode und ist für begrenzte Zeit kostenlos. Meta hatte Manus Ende 2025 für rund zwei Milliarden Dollar übernommen, auf Anordnung Chinas wurde die Übernahme 2026 wieder rückgängig gemacht.
Warum das wichtig ist
Cue geht einen Schritt weiter als Dots und Muse: Die Agenten treten mit eigener Identität nach außen auf. Das macht sie deutlich nützlicher, wirft aber neue Fragen auf, etwa wer haftet, wenn ein Agent in deinem Namen telefoniert oder bezahlt.
OpenAI hat GPT-6.1 Sol veröffentlicht, eine Woche nach GPT-6 Sol. Das Modell soll beim Programmieren und Debuggen, beim Verstehen von Dokumenten und bei mehrstufigen Workflows deutlich zulegen und bei mehreren komplexen Aufgaben nah an das Spitzenmodell GPT-6 Astra herankommen. Die Fehlerquote bei Fakten sinkt bei niedrigem Reasoning-Aufwand von 11,4 auf 7,7 Prozent und liegt in allen Stufen nur knapp über der von Astra. Dabei kostet Sol nur ein Fünftel. Verfügbar ist das Modell für Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu, zunächst nur in ChatGPT Work und Codex. Eine geplante Version GPT-6.1 Astra hat OpenAI laut TechCrunch wegen Sicherheitsbedenken gestoppt.
Warum das wichtig ist
Für die meisten Alltagsaufgaben brauchst du das teuerste Modell immer seltener. Spannend ist auch das Signal dahinter: OpenAI hält ein stärkeres Modell aus Sicherheitsgründen zurück. Das zeigt, wie ernst die Labore die Risiken eigenständiger Agenten inzwischen nehmen.
Google hat mit Gemini 4 Argon ein neues Spitzenmodell vorgestellt. Im Artificial Analysis Intelligence Index erreicht es 53 Punkte und liegt damit gleichauf mit GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1, Claude Opus 5.5 führt mit 58 Punkten weiter. Bei agentischen Aufgaben belegt Argon auf AutomationBench-AA mit 77,5 Prozent Platz eins. Neu ist das Ausgabelimit von bis zu einer Million Token statt bisher 64.000, das Kontextfenster bleibt bei einer Million. Zum Aktionspreis kostet Argon 2 Dollar pro Million Input- und 10 Dollar pro Million Output-Tokens, danach das Doppelte. Zuerst erhalten ausgewählte Cyberverteidiger im Fairwind-Programm Zugriff, einen Termin für die breite Verfügbarkeit nennt Google noch nicht.
Warum das wichtig ist
Google schließt zur Spitze auf, ohne sie zu übernehmen. Für Anwender ist vor allem das riesige Ausgabelimit interessant: Damit werden komplette Berichte, große Codebasen oder ganze Buchkapitel in einem Durchgang realistisch.
Google stellt in Gemini von Gems auf Skills um. Mit Skills speicherst du häufig genutzte Anweisungen einmal und rufst sie danach mit „/“ und dem Skill-Namen direkt in der Eingabeleiste auf, etwa um Präsentationen vorzubereiten, in deinem eigenen Schreibstil zu texten oder verschiedene Perspektiven zu einem Thema einzuholen. Mehrere Skills lassen sich kombinieren, zum Beispiel Schreibstil und Markenrichtlinien, und ab sofort kannst du Text-, PDF- und Bilddateien als Referenzmaterial einbinden. Bestehende Gems wandelt Google automatisch um: Für Einzelnutzer endet Gems im November, für Workspace-Unternehmen und Nonprofits im März 2027 und für Bildungskunden im Juni 2027. Skills rollen weltweit aus.
Warum das wichtig ist
Das Skills-Format stammt von Anthropic und ist ein offener Standard, OpenAI nutzt es bereits. Damit setzt sich ein gemeinsames Format durch, und gute Skills lassen sich leichter zwischen Claude, ChatGPT und Gemini mitnehmen.
🛡️Musk und Luckey sollen für das Pentagon die Kriegsführung der Zukunft ausloten
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das „Project Meridian“ ins Leben gerufen. Geleitet wird es von Elon Musk, Oculus- und Anduril-Gründer Palmer Luckey und dem Politiker Newt Gingrich. Das Gremium soll die Schlachtfelder der Zukunft untersuchen und bis zum 28. Januar 2027 konkrete Vorschläge machen, wie neue Fähigkeiten entwickelt, erprobt und eingeführt werden. Aufgebaut wird es vom Technologievorstand des Ministeriums, Emil Michael. Hegseth hatte zuvor bereits angeordnet, Grok in die Pentagon-KI-Plattform GenAI.mil zu integrieren. Kritik gibt es, weil Musk und Luckey keine unabhängigen Berater sind: Beide machen Geschäfte mit dem Pentagon, Anduril liefert etwa Drohnenabwehr und Überwachungssoftware.
Warum das wichtig ist
KI rückt immer stärker ins Zentrum militärischer Strategie, und die Grenze zwischen Beratern und Lieferanten verschwimmt. Entscheidungen über den Einsatz fallen damit zunehmend dort, wo auch wirtschaftliche Interessen sitzen.
ChatGPT bekommt einen KI-Mitarbeiter, der nie schläft
In dieser Folge zeige ich dir die brandneuen Dots von OpenAI, KI-Agenten mit eigenem Computer und Browser, die rund um die Uhr für dich weiterarbeiten. Dazu ordne ich die neuesten Modelle ein und zeige dir, welches sich für welche Aufgabe wirklich lohnt.
Dots, dein KI-Mitarbeiter rund um die Uhr: Ich zeige dir, wie die neuen Agenten mit eigenem Computer und Browser arbeiten und welche Aufgaben du ihnen übergeben kannst.
ChatGPT Spaces: Du erfährst, wie Mensch und Agent in Spaces gemeinsam an Dokumenten arbeiten.
Opus 5.5, Sonnet 5.5 und GPT-6.1 Sol im Vergleich: Ich ordne die drei Modelle ein und zeige dir, welches sich für welche Aufgabe wirklich lohnt.
ChatGPT Voice mit Konnektoren als Assistent für unterwegs
Seit dem neuesten Update kann ChatGPT auch im Voice Mode auf deine verbundenen Apps zugreifen, zum Beispiel auf Gmail, Google Kalender, Slack oder SharePoint.
Damit wird Voice von einer anderen Art zu chatten zu einem Assistenten, der unterwegs echte Arbeit für dich erledigt.
Der HackStatt Informationen am Rechner zusammenzusuchen, zu kopieren und in einen Chat einzufügen, fragst du einfach per Sprache. ChatGPT holt sich den Kontext selbst aus deinen Mails, deinem Kalender und deinem Unternehmenswissen. Typische Einsätze: wichtige Mails zusammenfassen und Antworten formulieren lassen, Termine prüfen, ein Update zu einem Projekt aus SharePoint holen, dich auf einen Kundentermin vorbereiten, daraus ein Präsentationskonzept entwickeln oder eine spontane Idee strukturieren.
So probierst du es ausVerbinde in ChatGPT deine wichtigsten Apps, zum Beispiel Gmail und Google Kalender oder Outlook. Starte dann den Voice Mode in der App oder im Browser und probier den Prompt unten, am besten auf dem Weg zu deinem nächsten Termin. Wichtig: Aktionen wie das Senden einer Mail oder das Ändern von Dateien musst du auf dem Bildschirm bestätigen, ein gesprochenes „Ja, schick ab“ reicht nicht.
Warum das ein brutaler Mehrwert istDu nutzt Wege, Autofahrten und Spaziergänge, die bisher verloren waren, für echte Vorbereitung und kommst nicht nur mit Gedanken, sondern mit einem fertigen Ergebnis an. Gerade vor Kundenterminen sparst du dir das hektische Zusammensuchen in letzter Minute. Bestehende Berechtigungen gelten weiter, ChatGPT sieht also nur, was du ohnehin freigegeben hast.
Prompt für die Terminvorbereitung unterwegs
Bereite mich auf mein Gespräch mit [Kunde X] vor. Such mir die relevanten Informationen aus meinen verbundenen Quellen heraus, also Mails, Kalender und Projektdokumente.
Sag mir, welche Themen zuletzt wichtig waren und was noch offen ist.
Erstelle mir danach daraus ein kurzes Konzept für meine Präsentation heute Nachmittag.
KI-Audioplattform für Stimmen, Musik und Sprachagenten, aufgeteilt in ElevenCreative für Content und ElevenAgents für Sprach- und Chat-Agenten. Spannend ist das vor allem für Creator, Marketer und Unternehmen, die mit KI-Stimmen Content produzieren oder Kundenkontakte automatisieren wollen.
Wichtige KI-Features
ElevenCreative für Sprache: Ausdrucksstarkes Text-to-Speech in mehr als 70 Sprachen, dazu Tausende fertige Stimmen in der Voice Library.
Voice Cloning und Voice Design: Du klonst deine eigene Stimme oder entwirfst eine neue per Textbeschreibung.
Musik, Soundeffekte und Dubbing: Musik in Studioqualität, eigene Soundeffekte und die Synchronisation deiner Videos in andere Sprachen.
ElevenAgents für Kundenkontakte: Sprach- und Chat-Agenten für Telefon, Web, WhatsApp, SMS und E-Mail, die mitten im Gespräch die Sprache wechseln können.
Integrationen und MCP: Anbindung an Salesforce, HubSpot, Shopify, Zendesk, Twilio oder Zapier, dazu APIs, Webhooks und MCP für eigene Tools.
Testen und Auswerten: Simulationen vor dem Livegang, Guardrails für Verhalten und Compliance sowie Analytics mit Transkripten und Erfolgsquoten.
Praxisnutzen
Voiceovers, Podcast-Intros oder mehrsprachige Versionen deiner Videos entstehen ohne Sprecher und Tonstudio.
Standardanfragen am Telefon oder per WhatsApp beantwortet ein Agent in deinem Markenton, auch außerhalb der Geschäftszeiten.
Besonders nützlich für Creator und kleine Unternehmen, die professionellen Audio-Content und automatisierten Kundenservice aus einer Hand wollen.